Papierschnitte, Pflanzenfarbstoffe
2020
Paper cut-outs, plant dyes
2020
Während des ersten Lockdowns 2020 befand ich mich nicht in meinem gewohnten Arbeitsumfeld. In der Auseinandersetzung mit den Eigenarten dieser Situation begann ich, bestehende Fragestellungen meiner Arbeit mit unmittelbar verfügbaren Mitteln neu zu untersuchen.
Aus Pflanzen, Obst, Gemüse und anderen organischen Materialien, die in Wäldern, Gärten, Grünstreifen oder beim Einkauf im Supermarkt erreichbar waren, stellte ich Farbstoffe her und arbeitete damit auf Papier. Die Farben bildeten beim Trocknen sichtbare Ränder. Im Laufe der Zeit verblassen und verändern sie sich auf eine Weise, die sich weder vorhersehen noch beeinflussen lässt. Sie verweisen auf Prozesse von Flüchtigkeit und Vergänglichkeit.
Formal knüpfen die Arbeiten an frühere Werkgruppen an, die sich mit Wiederholung, Zeitlichkeit und Verschiebungen beschäftigen. Die Schnitte entlang der getrockneten Ränder im Papier stehen für eine Idee von Festschreibung und Kontrolle. Zugleich spiegeln die Arbeiten in ihrer Materialität die Erfahrung dieser Zeit, in der vieles unsicher und nicht planbar war. Sie verhandeln ein Spannungsverhältnis zwischen Vergänglichkeit und Beständigkeit, zwischen dem Unvorhersehbaren und dem Bedürfnis, Einfluss zu nehmen.
During the first lockdown in 2020, I found myself outside my usual working environment. Confronted with the peculiarities of this situation, I began to re-examine existing themes in my work using whatever resources were immediately at hand.
Using plants, fruit, vegetables and other organic materials gathered in woods, gardens, green spaces or during visits to the supermarket, I produced dyes and worked with them on paper. As they dried, the colours formed visible edges. Over time, they fade and change in ways that cannot be predicted or controlled, alluding to processes of transience and impermanence.
Formally, the works tie in with earlier series that deal with repetition, temporality and shifts. The cuts along the dried edges in the paper represent an idea of fixation and control. At the same time, the materiality of the works reflects the experience of a period marked by uncertainty and instability. They negotiate a tension between transience and permanence, unpredictability and the desire to exert influence.
Ohne Titel, je 59 x 42 cm
Aus einer Serie von 10 Arbeiten, fotografiert 2020 und 2022
Untitled, 59 x 42 cm each
From a series of 10 works, photographed in 2020 and 2022
Ohne Titel, 2020
Zweilagiger Papierschnitt, 30 x 21 cm, montiert auf Karton, gerahmt
Untitled, 2020
Two layer Paper cut-out, 30 x 21 cm, mounted on cardboard, framed
Photos 5 – 9: Thorsten Arendt














