PAPER CUT FILM MUSIC
Die Bruchstücke sämtlicher Negativformen meiner Papierschnitte aus den vergangenen Jahren habe ich auf eine Reise geschickt:
Ohne auch nur ein einziges Teil zu verändern, schafft Nicole Erbe wunderbare Figuren und Szenenbilder aus den Fragmenten, belebt sie filmisch und erzählt per Legetrick ihre Geschichten.
Die Reihe Die Legionäre wurde zum Ausgangspunkt für die Zusammenarbeit mit Christian Klinkenberg. Er komponierte die microtonale Filmmusik, die er als grafische Videopartitur (Umsetzung: Jeanne Weishaupt) Musiker*innen interpretieren lässt.
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I have sent the fragments of all the negative forms of my paper cuts from the past few years on a journey:
Without changing a single one of these pieces, Nicole Erbe creates wonderful figures and scenes from the fragments, animates them using stop-motion and tells their stories.
The series „The Legionnaires“ became the starting point for the collaboration with Christian Klinkenberg. He composed the microtonal film music. Using a graphic video score (realisation: Jeanne Weishaupt), musicians and singers interpret his composition.
Ob gezeichnet oder geschnitten, die Linie bedeutet für mich eine Unterscheidung, die eine Form entstehen lässt. Dabei liegt die Idee zugrunde, dass die so entstandene Form immer aus zwei Teilen besteht, die sich zueinander verhalten, nämlich gleichzeitig aus dem, was sie ist und dem, was sie nicht ist. Beide Teile sind für sich genommen anschlussfähig. Das aus meinen Arbeiten ausgeschnittene, nicht mehr vorhandene Material bestimmt die Arbeit maßgeblich mit.
Diesen von mir herausgetrennten Teilen wird ein eigener Anschluss zugewiesen. Ich gebe sie aus der Hand und beziehe Künstlerkolleg:innen ein, deren Arbeit anderen künstlerischen Disziplinen zuzuordnen ist. Ihre Arbeit macht erfahrbar, was meine künstlerische Ausdrucksweise nicht vermag. Auf diese Weise werden im Rahmen des Projekts anhand der von mir vorgenommenen Unterscheidung zwei unterschiedliche Präsenzen erschlossen.
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Whether drawn or cut, the line signifies for me a distinction that gives rise to form. The underlying idea is that the resulting form always consists of two parts that relate to one another: what it is and what it is not at the same time. Both parts are, in themselves, capable of connection.
The material cut out of my works, though no longer present, plays a decisive role in shaping the work.
These separated parts are given their own continuation. I relinquish them and involve fellow artists whose work belongs to other artistic disciplines. Their contributions make tangible what my own artistic mode of expression cannot achieve.
In this way, within the framework of the project, two distinct presences are revealed on the basis of the distinction I have made.
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Weitere Informationen zu den Filmen und Konzerten /
Further Information to the films and concerts:
Abb.: Nicole Erbe (aus der Trickfilm-Reihe Die Legionnäre)





